Erst das Vergnügen, dann die Arbeit!

Warum sollten wir überhaupt unsere Glaubenssätze ändern, sie stimmen doch?

Natürlich stimmen sie!

Wir brauchen nur lange genug daran glauben, dass Frauen nicht einparken können und dass Männer schlechte Zuhörer sind, dann werden wir im Alltag immer wieder Situationen feststellen und sie uns vor allem auch merken, in denen es wirklich so ist. Hier tritt nun das Gesetz der selbsterfüllenden Prophezeiung in Kraft. Wenn es dann doch mal anders sein sollte, entschuldigen wir es mit einem weiterem Glaubenssatz ‚Ausnahmen bestätigen die Regel‘. Aus Vorurteilen werden also mit der Zeit Glaubenssätze, aus Glaubenssätzen unsere Wahrheiten. Somit schweben sie über die Jahre wie ein Blatt das vom Baum fällt, langsam aber sicher tiefer und tiefer vom Bewusstsein ins Unbewusstsein, sammeln sich dort an. Und nun sitzen sie so fest, dass wir sie schon gar nicht mehr wahrnehmen, aber dennoch sind sie wirksamer denn je.

Wir sind der festen Meinung, dass die Glaubenssätze unumstößlich richtig sind. Punktum! Somit erschaffen wir unsere Sichtweisen auf diese Welt. Jeden Morgen wenn wir die Augen aufmachen, entscheiden wir uns, wie wir die Welt sehen und wahrnehmen möchten, und nicht umgekehrt. Die Welt und das Leben sind nicht willkürlich, beliebig und zufällig. Wir tragen mit unseren Vorstellungen, Werten und Sichtweisen einen großen Teil dazu bei, wie sie uns begegnen. Wenn ich den Gedanken ‚Ich bin nicht beziehungsfähig‘ lange Jahre im Kopf spazieren trage, stehen die Chancen auf eine gelingende Partnerschaft nicht besonders gut. Ich werde unbewusst alles daran setzen, dass ich Recht behalte. Dadurch bestätige mich selbst: ‚Ich habs doch gleich gewusst.‘

Und wie soll ich ein glückliches und wohlhabendes Leben führen, wenn ich der festen Meinung bin, dass Geld den Charakter verdirbt? Mit dieser Meinung beraube ich mich all meiner Chancen auf mehr Geld, denn dann wäre ich ja charakterlos und schlecht. Sicherlich wären niemals großartige Erfindungen in die Welt gekommen, oder wären die Kontinente entdeckt worden, wenn der Satz ‚Träume sind Schäume‘ stimmen würde. Otto Lilienthal hätte es wahrscheinlich nie gewagt überhaupt an ein Flugzeug zu denken, geschweige denn ein solches zu bauen, wenn er der Meinung gewesen wäre: ‘Wer hoch hinaus will, wird tief fallen.‘ Wie sollen aus uns jemals der unendliche Reichtum und die vielfältige Kreativität, die das Leben für uns bereithält, zu Tage treten, wenn wir uns an den Satz ‚Schuster bleib bei Deinen Leisten‘ klammern?

Ich möchte unsere Glaubenssätze ja gar nicht verbannen. Sie haben natürlich auch ihren Sinn und ihre Berechtigung, sie geben uns einen gewissen Halt und Rahmen in dem wir uns sicher bewegen, sie können uns vor Enttäuschungen schützen, sie ermahnen uns wachsam zu sein. Sie beschreiben unsere Komfortzone. Ich möchte, dass wir uns ihrer bewusst werden. Erkennen, wann sie uns nützlich sein können und wann wir durch sie in unserer Entfaltung gebremst werden. Überprüfen wir doch einmal, ob diese Glaubenssätze, die für uns früher vielleicht gepasst haben, heute überhaupt noch gültig sind.

Wir können uns nämlich auch entscheiden, den Spieß umzudrehen. Nutzen wir doch die unermessliche Kraft unserer Gedanken, erschaffen wir uns eine neue Welt, wie sie uns gefällt. Wer sollte uns davon abhalten, außer unsere Glaubenssätze? Eine Welt in der die Morgenstund Gold im Mund hat, in der es genauso kommt, wie wir denken, in der die Arbeit und das Vergnügen zur gleichen Zeit da sein dürfen, in der der Schuster seine Leisten nimmt und damit in die Welt hinausgeht; eine Welt in der unsere Träume nur so schäumen, in der Indianer auch Schmerzen haben dürfen, in der ich den Tag vor dem Abend lobe, in der Frauen einparken und Männer zuhören können…

Dieser Beitrag wurde unter Konfliktalltag abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.